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Die Internationale Norm IEC 60076-11:2004 stellt den Ersatz für IEC 60726:1982 einschließlich der Änderung von 1987 dar. Der Anwendungsbereich wurde erweitert und umfasst jetzt auch Einphasentrafos > 5 kVA und Mehrphasentrafos > 15 kVA > 36 kV sowie Trockentransformatoren für statische Stromrichter. Gasgefüllte Trockentransformatoren werden nicht mehr behandelt.
Die Überarbeitung von IEC 60726:1982 erfolgte in der IEC/TC 14/WG 27 unter wesentlicher deutscher Mitarbeit.
In IEC 60076-11 wurden erhebliche Erweiterungen hinsichtlich der Betriebsbedingungen (z. B. Limitierung der Harmonischen, der Feuchtigkeit, der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) u. Ä.) eingebracht. In Bezug auf die Elektromagnetische Verträglichkeit gelten die Trockentransformatoren (wie bei flüssigkeitsgefüllten Transformatoren) als passive Elemente.
Umfangreich erweitert wurden die Hinweise über ungewöhnliche Betriebsbedingungen. Hinsichtlich der Definitionen wird nicht mehr zwischen gekapselten und nicht gekapselten Wicklungen unterschieden. Auch die "sealed type"-Transformatoren werden in der Norm nicht mehr berücksichtigt.
Bezüglich der Schaltungen werden bevorzugt Dyn oder Dyn 11 definiert, und die Sternschaltung muss den gesamten Bemessungsstrom führen können.
Neu ist die Festlegung der Leistung für Transformatoren im Gehäuse. Sie müssen immer die vollständige Leistung abgeben können, d. h., eine Leistungssenkung ist unzulässig.
Des Weiteren ist die zulässige Übererregung auf 5 % der Bemessungsspannung und Nennfrequenz für begrenzte Zeitdauern festgelegt.
Die Leistungen für Transformatoren ohne und mit Lüfter sind zwischen Hersteller und Betreiber zu vereinbaren.
Die Angaben auf dem Leistungsschild wurden erweitert hinsichtlich der
Die Temperaturgrenzen (Temperature Rise Limits) für die Heißpunktbestimmung (hot spot determination), reduzierte Temperatur-Auslegung und die Korrektur für den Betrieb in großer Aufstellungshöhe > 1 000 m über N. N. können nach IEC 60905 gemessen oder rechnerisch ermittelt werden.
Für die Höhenkorrektur in großer Aufstellungshöhe oder bei hohen Kühlungstemperaturen sind die Ist-/Soll-Temperaturen auf die nächste Gradzahl zu runden (in IEC 60 726 waren noch Fünf-Grad-Schritte zugelassen).
Für die Isolationspegel werden sowohl die europäische (Tabelle 3) als auch die nordamerikanische Praxis (Tabelle 4) angegeben. Für den Betrieb in großer Höhe (> 1 000 bis 3 000 m) muss die Prüfspannung jeweils um 1 % je 100 m über 1 000 m erhöht werden, falls die Prüfung bei "Normal Seehöhe" stattfinden soll. Früher gab es nur 500-m-Sprünge mit je 6,25/500 m.
Vollständig neu aufgenommen wurden die Festlegungen zu
Die Brandklassenprüfung und die jetzt festgelegten Grenzwerte zur Einteilung sind ein lang umkämpfter Kompromiss der IEC/TC 14/WG 27. Unter Berücksichtigung des Standes der Technik und eventueller künftiger Prüfmethoden muss dieser Kompromiss streng beobachtet werden.
Der gesamte Komplex der Prüfanforderungen ist jetzt besser definiert und weitgehend IEC 60076-3 angepasst. Für Reparatur-Transformatoren gelten ab sofort 80 % der Neuprüfpegel. Als neue Prüfung wurde die Teilentladungsmessung mit neuen Grenzwerten (< 10 pC) als Routineprüfung - unabhängig vom Herstellungsverfahren der Wicklungen - festgelegt.
Für Transformatoren, die an isolierten Netzen oder über eine hohe Impedanz geerdet werden, ist zusätzlich zur Routineprüfung der Teilentladungsfreiheit eine Sonderprüfung mit 1-phasiger Erdung eines Phasenanschlusses zu vereinbaren.
Des Weiteren sind die Prüfbedingungen für Erwärmungsmessungen enger gefasst. Der zulässige Temperaturanstieg ist für die Erreichung des Endwertes der Übertemperatur auf 1 K/Stunde begrenzt.
IEC 60076-11 enthält alle Prüfvorschriften für die Prüfung und Beurteilungskriterien für die Klassifizierung bezüglich Klima-, Umgebungs- und Brandklassen.
Damit stellt die Norm IEC 60076-11 eine Bereicherung der Normenreihe IEC 60076 für Transformatoren dar.