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Im Juni 2012 wurde die nunmehr dritte Ausgabe der Norm IEC 60900 veröffentlicht. Da diese Norm im parallelen Abstimmungsverfahren mit CENELEC entsteht, wird sie in Kürze als EN 60900 erscheinen. Als harmonisierte Norm wird sie damit für alle Länder der EU verbindlich und ist in die nationalen Normenwerke zu übernehmen. An der Übersetzung in die deutsche Sprache, die dann als DIN EN 60900 erscheinen wird, wird bereits gearbeitet.
Diese Norm findet sehr breite Anwendung, weil sie sich mit Werkzeugen befasst, die nahezu jedem aus dem täglichen Gebrauch bekannt sind: Schraubendreher, Zangen, Schraubenschlüssel, Scheren und Ähnliches.
Die Handwerkzeuge, die in den Geltungsbereich dieser Norm fallen, müssen allerdings durch geeignete Isolierung dafür fit gemacht werden, dass man mit ihnen spannungsführende Teile berühren kann und darf, ohne dabei durch den Strom verletzt zu werden. Dies wird entweder dadurch erreicht, dass ein normales Werkzeug aus Stahl mit einem entsprechenden Kunststoffüberzug versehen wird (isolierte Werkzeuge) oder auch dadurch, dass ein Werkzeug gleich komplett aus nicht leitenden Materialien speziell für diese Anwendung hergestellt wird (isolierende Werkzeuge).
Die Norm IEC 60900 besteht seit 1987 (damals noch unter der Bezeichnung IEC 900), als zum ersten Mal auf der Basis diverser nationaler Normen zu diesem Thema eine internationale Übereinkunft gefunden wurde. Nach zwei Änderungen wurde sie vollständig überarbeitet und 2004 als zweite Ausgabe neu verabschiedet.
Die dritte Ausgabe integriert die zwischenzeitlich entstandene IEC 61318, welche Festlegungen zur Bewertung der Übereinstimmung produzierter Werkzeuge mit den Forderungen der Norm beinhaltet. Ferner wurden neue Werkzeuge wie isolierte Rollgabelschlüssel und isolierte Scheren aufgenommen und notwendige Klarstellungen bei Definitionen für bereits existierende Werkzeuge, an diesen durchzuführende Prüfungen sowie für deren normgerechte Markierung getroffen.