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Diese Teile der Normenreihe IEC 61326 für elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte beschreiben für sicherheitsbezogene Systeme und für Geräte, die in industriellen Anwendungen für sicherheitsbezogene Funktionen vorgesehen sind, die Anforderungen an die elektromagnetische Störfestigkeit.
Von solchen Systemen beziehungsweise Geräten wird erwartet, dass sie hinsichtlich der elektromagnetischen Störfestigkeit zunächst - wie in den Teilen 1 und 2 der genannten Normenreihe festgelegt - normal funktionieren, dass jedoch die für die Sicherheit eines Systems oder Gerätes genutzten Funktionen auch dann nicht gefahrbringend ausfallen, wenn entweder nach
Im Fall von IEC 61326-3-1 wird berücksichtigt, dass für die in Industriebetrieben normalerweise vorkommenden elektromagnetischen Störerscheinungen eine angemessene Störfestigkeit besteht, jedoch selten auch Störerscheinungen mit höheren Pegeln auftreten können.
Im Fall von IEC 61326-3-2 wird von elektromagnetischen Umgebungsbedingungen ausgegangen, die Störerscheinungen mit höheren Pegeln dank technischer und organisatorischer Spezifikationen erst gar nicht auftreten lassen. Solche Spezifikationen fordern zum Beispiel getrennte Leitungsführung für Netz- und Signalleitungen, Blitz- und Überspannungsschutzmaßnahmen, eingeschränkter Gebrauch von Mobilfunkgeräten, geschultes Personal, regelmäßige Instandhaltung. Typische Maßnahmen werden in der Norm zwar aufgezählt, jedoch nicht im Einzelnen festgelegt. Vielmehr gibt die Norm an, welche Störpegel trotz aller Maßnahmen die für solche Umgebungen vorgesehenen Produkte vertragen müssen. Dabei wird meistens auch für die nicht für Sicherheitszwecke genutzten Funktionen eine störungsfreie Funktion der Geräte erwartet, denn solche Umgebungen mit spezifizierter elektromagnetischer Umgebung sind insbesondere in größeren Industriebetrieben mit leittechnischen Anlagen zur Steuerung meist chemischer Prozesse realisiert, wo auch eine gewöhnliche elektromagnetische Erscheinung nicht gleich eine Betriebsstörung verursachen darf.
Beide Normen nennen für die Bewertung der Störfestigkeit einer sicherheitsrelevanten Funktion das Bewertungskriterium "FS", wonach eine sicherheitsrelevante Funktion nur dann gestört sein darf, wenn dabei ein erkennbarer, definierter (sicherer) Zustand beibehalten oder innerhalb einer festgelegten Zeit erreicht wird.
Beide Normen beschreiben für die Störerscheinungen, die normalerweise in der jeweils betrachteten industriellen Umgebung zu erwarten sind, die Prüfbedingungen, Prüfpegel und die zugehörigen Bewertungskriterien. Sie weisen darüber hinaus darauf hin, dass endgültige, anwendungsbezogene Anforderungen von der Art der Anwendung des Systems oder des Geräts und den tatsächlichen Umgebungsbedingungen abhängig sind.
Trotz dieses Vorbehalts bieten diese Normen dem Errichter sicherheitsbezogener Systeme den Nutzen, bei seiner Spezifikation der Sicherheitsanforderungen per Verweisung auf einen Satz festgelegter Störfestigkeitsanforderungen zurückgreifen zu können, denen er gegebenenfalls nur noch die darüber hinausgehenden anwendungsspezifischen Besonderheiten hinzufügen muss, zum Beispiel, wenn am Ort des Einsatzes des Systems höhere Feldstärken als die in den Normen berücksichtigten Feldstärken auftreten können. Andererseits kann ein Anbieter von Systemen oder von Geräten für sicherheitsbezogene Anwendungen auf einfache Weise durch Bezug auf diese Normen eine über die normalen Anforderungen hinausgehende Störfestigkeit seiner Produkte zum Ausdruck bringen.
Bei der Erarbeitung der Normen hat sich gezeigt, dass nur eine Zusammenarbeit von Experten aus dem Bereich der funktionalen Sicherheit (insbesondere DIN EN 61508) mit Experten aus dem Bereich der elektromagnetischen Verträglichkeit zu einer beide Fachbereiche befriedigende Norm führen kann, nicht zuletzt wegen der jedem Fachbereich eigenen Begriffe und Vorgehensweisen, die gegenseitig verstanden werden müssen. Dies kommt auch in den relativ ausführlichen Einleitungen zu beiden Normen zum Ausdruck.
Eine entsprechende Deutsche Norm ist als DIN-EN-Norm in Vorbereitung.
Dieser Artikel wurde geändert durch: IEC 61326-3-1 Corrigendum 1:2008-09