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IEC 62236-1:2003-04

Bahnanwendungen - Elektromagnetische Verträglichkeit - Teil 1: Allgemeines

Englischer Titel
Railway applications - Electromagnetic compatibility - Part 1: General
Ausgabedatum
2003-04
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Originalsprachen
Englisch, Französisch
Seiten
40
Ausgabedatum
2003-04
Originalsprachen
Englisch, Französisch
Seiten
40
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Einführungsbeitrag

Allgemeines
Die bereits im September 2000 herausgegebenen Europäischen Normen der Reihe EN 50121 über Bahnanwendungen - Elektrische Verträglichkeit sind jetzt auch in allen Teilen als IEC-Normen veröffentlicht worden. Die Normenreihe besteht insgesamt aus fünf Teilen. Alle Teile werden im Deutschen Normenwerk als DIN-EN-Normen mit der VDE-Klassifikationsnummer 0115 Teil 121 geführt und haben das Ausgabedatum Mai 2001. Über alle Teile der Norm wurde gleichzeitig abgestimmt.
In den Teilen der IEC-Norm wird auch auf andere relevante Normenreihen, wie z. B. CISPR 16, CISPR 18, CISPR 22 und IEC 61000, verwiesen.
In der Norm IEC 62236 sind insbesondere die Grenzwerte für die elektrische Störaussendung durch die Bahn als Ganzes gegenüber der "Außenwelt" (Bahnumgebung) und für die elektromagnetische Störaussendung und Störfestigkeit von Einrichtungen (Geräten, Betriebsmittel) festgelegt.
Gegenüber den Normen der Reihe DIN 50121 wurden ein zusätzlicher Grenzwert für stehende Fahrzeuge (Teil 2, Teil 3-1 und Teil 4) eingeführt und in allen Teilen der Wortlaut überarbeitet.
Die Störfestigkeitspegel wurden so gewählt, dass diese einen "vernünftigen" EMV-Pegel mit anderen Geräten innerhalb der örtlichen Bahnumgebung und gegenüber Aussendungen, die von der Bahnumgebung eintreten, sicherstellen.
Alle Teile der Europäischen Norm EN 50121 sind in der TSI (Technical Specification for Interoperability) für den Hochgeschwindigkeitsverkehr gelistet und sind daher für den interoperablen Schienenverkehr verbindlich einzuhalten.
IEC 62236-1
In diesem Teil werden die verwendeten Begriffe und Bewertungskriterien für das Betriebsverhalten definiert. Er enthält die Anhänge A und B, wobei im Anhang A kurz über das Bahnsystem informiert wird und im Anhang B das notwendige EMV-Management an der Schnittstelle zwischen der Bahn-Infrastruktur und den Zügen beschrieben ist.
IEC 62236-2
Beschrieben sind in erster Linie die Grenzwerte der Störaussendung von der offenen Bahnstrecke, den Bahnstrom-Unterwerken und den Versorgungsleitungen. Darüber hinaus wird das Verfahren zur Messung der Störaussendung von fahrenden Zügen behandelt.
In den Anhängen A, B und C sind hilfreiche Hinweise in graphischer Form über das Messverfahren und die Messanordnung enthalten.
IEC 62236-3-1
Der Teil 3 ist in die Teile 3-1 und 3-2 gegliedert. In Teil 3-1 sind die notwendigen Prüfungen und Grenzwerte der Störfestigkeit und Störaussendung für Züge und Fahrzeuge beschrieben.
Die Grenzwerte für die Störabstrahlung im Frequenzbereich von 10 kHz bis 1 GHz sind in zwei Tabellen (Prüfung im Stillstand und Prüfung mit langsamer Fahrt) übersichtlich dargestellt.
IEC 62236-3-2
In diesem Teil wird die Elektromagnetische Verträglichkeit für die Geräte der Bahnfahrzeuge behandelt.
Beschrieben sind insbesondere Bewertungskriterien für das Betriebsverhalten für Onboard-Geräte von Bahnfahrzeugen. Des Weiteren werden die Prüfbedingungen und notwendigen Messungen angegeben. In den beiden informativen Anhängen A und B sind Beispiele für Geräteanschlüsse enthalten und leitungsgeführte Störgrößen, die durch Stromrichter erzeugt werden, dargestellt.
IEC 62236-4
In Teil 4 wird die Umgebung der Bahn, d. h. in erster Linie signal- und fernmeldetechnische Geräte, die in weniger als drei Metern Entfernung von der Mittellinie des nächstgelegenen Gleises installiert werden, behandelt.
Beschrieben und definiert werden die Störaussendung und Störfestigkeit der Einrichtungen. Darüber hinaus sind die Bewertungskriterien für das Betriebsverhalten und die Prüfanforderungen enthalten. Die einzelnen Störfestigkeitsanforderungen und Prüfvorschriften sind in fünf Tabellen übersichtlich zusammengestellt.
IEC 62236-5
In Teil 5 sind die Störaussendung und Störfestigkeit von ortsfesten Anlagen und Einrichtungen der Bahnenergieversorgung beschrieben. Die Norm gilt für den Frequenzbereich von 0 bis 400 GHz, wobei die notwendigen Prüfungen aber nur für einen Frequenzbereich bis zu 2 GHz angegeben sind. Aufgeführt sind die Bewertungskriterien für das Betriebsverhalten und die notwendigen Messungen und Grenzwerte der Störaussendung. Beschrieben sind weiterhin ortsfeste Energieversorgungsanlagen und -einrichtungen auf dem Bahngelände, die nicht für Zwecke des Antriebs von Bahnfahrzeugen, z. B. Weichheizanlagen u. Ä., verwendet werden.
Die Störfestigkeitsanforderungen und Prüfbedingungen sind in sechs Tabellen übersichtlich dargestellt. In den informativen Anhängen A, B und C werden die Prüfschaltungen und Prüfbeispiele behandelt. Der Unterschied zwischen der IEC-Norm und der EN-Norm besteht im Wesentlichen darin, dass in der IEC-Norm Prüfungen für einen Frequenzbereich bis 2 GHz vorgeschrieben sind, während in der EN-Norm nur eine Prüfung bis zu einem Bereich von 1 GHz für ortsfeste Anlagen und Einrichtungen verlangt wird.
Zusammenfassung
In den vorgenannten Teilen der Reihe IEC 62236 werden die grundsätzlichen Anforderungen, die Grenzwerte und die Prüfbedingungen zum Nachweis und zur Sicherstellung der elektromagnetischen Verträglichkeit behandelt.
Die gesamte Normenreihe ist sehr aktuell, weil infolge erhöhter Bahntraktionsströme und durch den Einsatz von drahtlosen digitalen Kommunikationssystemen (Funktechnik) die elektromagnetische Verträglichkeit an Bedeutung gewonnen und die öffentliche Sensibilität zugenommen hat. Insbesondere für den Fernverkehr muss sichergestellt sein, dass das Funksystem GSM-R, das auch zum Einsatz in Bahnen anderer europäischer Länder vorgesehen ist, unter allen Betriebsbedingungen sicher und zuverlässig funktioniert. Darüber hinaus wird die Norm auch durch die zunehmende Automatisierung der Bahnsysteme, die immer mehr Elektronik auf Fahrzeugen und in der Bahnumgebung zur Folge hat, an Bedeutung gewinnen.

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