Produktkategorieregeln (Product Category Rules, PCRs) bilden die methodische Grundlage für die Erstellung von Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declarations, EPDs). Sie legen fest, wie Umweltwirkungen eines Produkts berechnet, dokumentiert und dargestellt werden.
PCRs stellen sicher, dass Ökobilanzen (Life Cycle Assessments, LCAs) und damit auch EPDs nach einheitlichen Regeln erstellt werden und die zugrunde liegenden Umweltinformationen transparenter und vergleichbarer sind.
Das DIN EPD-Programm unterstützt Organisationen sowohl bei der Nutzung bestehender PCRs als auch bei der Initiierung neuer Regeln, die in einem standardisierten Prozess des DIN e. V. erstellt werden.
PCRs sind standardisierte methodische Regeln, die für eine klar definierte Produktkategorie gelten, z. B. Fenster und Türen, Werkzeugmaschinen, elektronische Geräte oder Glasprodukte.
Eine PCR legt unter anderem fest:
Die Entwicklung einer PCR folgt den Anforderungen der DIN CEN ISO/TS 14027 und zielt darauf ab, alle umweltrelevanten Aspekte des Produktlebenszyklus zu berücksichtigen.
Eine EPD basiert auf einer Ökobilanz (LCA). Damit die Ergebnisse verschiedener Produkte miteinander verglichen werden können, gelten für alle Produkte einer Kategorie identische methodische Regeln.
PCRs schaffen hierfür den Rahmen. Sie stellen sicher, dass Umweltwirkungen nach denselben methodischen Anforderungen berechnet und dokumentiert werden. Dadurch werden Environmental Product Declarations innerhalb einer Produktkategorie vergleichbarer und transparenter.
Erst auf Grundlage einer gültigen PCR können Environmental Product Declarations konsistent erstellt und im Markt verlässlich genutzt werden.
Eine neue PCR wird erforderlich, wenn für eine bestimmte Produktkategorie noch keine methodische Regel existiert oder eine bestehende PCR nicht auf das betrachtete Produkt anwendbar ist.
Typische Fälle sind:
Alle Organisationen, Unternehmen oder Branchenverbände können die Entwicklung einer neuen PCR initiieren, z. B. wenn sie EPDs für ihre Produkte erstellen möchten.
Wenn für eine Produktkategorie noch keine geeignete Regel existiert, wird für diese eine neue PCR entwickelt. Die Erarbeitung erfolgt im Rahmen eines formalen Standardisierungsprozesses bei DIN e. V. unter Beteiligung von Fachleuten aus Industrie, Wissenschaft und weiteren interessierten Kreisen.
Typischerweise umfasst der Prozess:
Für die strukturierte Erarbeitung der methodischen Inhalte wird im DIN EPD-Programm eine Vorlage zur Erstellung einer DIN PCR als Arbeitsgrundlage genutzt.

Informationen zum Standardisierungsprozess, Möglichkeiten zur Beteiligung, eine Übersicht über laufende Projekte sowie PCRs in der offenen Anhörung finden Sie auf der Seite des DIN e. V.