Kurzreferat
Das Unterpulverschweißen (UP-Schweißen, Prozess ISO 4063-12) ist ein verdeckter Lichtbogenschweißprozess. Das Verfahrensprinzip und dessen Verfahrensvarianten sind im Merkblatt DVS 0948 beschrieben. Es richtet sich an Anwender des Verfahrens vor allem aus den Bereichen Apparate- und Behälterbau, Schiffbau und bei der Fertigung von Offshore-Strukturen, im Maschinen- und Stahlbau sowie beim Windturmbau. Gegenstand dieses Merkblattes ist das Unterpulver-Doppeldrahtschweißen. Bei diesem Verfahren gelten ähnliche Vorteile wie für das Unterpulver- Eindrahtschweißen. Beide Prozesse werden gemäß DIN EN ISO 4063-12 eingeteilt. Gegenüber den anderen Lichtbogenschweißverfahren gilt das Verfahren als relativ sicher in Bezug auf mögliche innere Unregelmäßigkeiten, wie Bindefehler oder Poren. Es gilt als produktiv in Bezug auf Abschmelzleistung und es gilt als ergonomisch und umweltfreundlich wegen der nicht hervortretenden UV-Strahlung und sehr geringen Rauchentwicklung. Zudem ist der prozessbedingte Anlagenverschleiß sehr gering. Als Nachteil ist die zusätzliche Pulverhandhabung anzusehen. Beim UP-Doppeldrahtschweißen werden gegenüber dem UP-Eindrahtschweißen statt einer zwei Drahtelektroden als Massiv- oder Fülldrahtelektroden zugeführt. In Abgrenzung zum Unterpulver-Tandemschweißen, welches im Merkblatt DVS 0915 beschrieben wird, erfolgt die Stromzufuhr mit einem gemeinsamen Kontaktelement auf demselben elektrischen Potenzial. Es wird nur eine Stromquelle verwendet.