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Die "Evolution der Verkabelung" in den letzten beiden Jahrzehnten führte und führt zu einem enormen Anstieg der Übertragungsraten, ausgehend von 10 kbps in den frühen 1980er Jahren über 600 Mbps in den späten 1990ern, 10 GBit EthernetTM in den heutigen Tagen bis zu 40 und 100 GBit EthernetTM in naher Zukunft.
Mit der Erhöhung der Übertragungsraten gehen die Ersetzung und Erneuerung von Kabeln und Komponenten einher. Dies führt wiederum zur Installation der verschiedensten Längen von Datenkabeln, zum Teil in unzugänglichen Hohlräumen und Zwischenböden.
Kupfer-Datenkabel nach IEC 61156 und optische Kabel nach IEC 60794 werden allgemein in der strukturierten Verkabelung nach ISO/IEC 11801 beziehungsweise in Europa nach EN 50173 verwendet. Diese Normen berücksichtigen neben detaillierten elektrischen und optischen Übertragungseigenschaften auch die mechanischen und umwelttechnische Anforderungen.
Da Kommunikationskabel mit Niederspannung betrieben werden, sind sie bei Ausbruch eines Brandes nicht die primäre Quelle. Aufgrund ihrer sehr weiten Verbreitung sind sie im Brandfall aber immer mit am Brand beteiligt.
IEC 60695-1 gibt allgemeine Hinweise über die Brandrisiken elektrotechnischer Produkte.
Im Juli 2012 wurde der Technische Bericht IEC/TR 62222 in seiner zweiten Ausgabe veröffentlicht.
Gegenüber der ersten Ausgabe wurde das Dokument in den letzten Jahren durch ein Projektteam der Arbeitsgruppe 7 des IEC/SC 46C unter Federführung des Vereinigten Königreichs vollständig überarbeitet und ergänzt, sodass in der vorliegenden Fassung ein umfassendes Dokument über die weltweit angewendeten Brandprüfungen vorliegt. Damit wird erstmalig eine Möglichkeit geschaffen, die verschiedensten Brandpüfungen in einem Dokument miteinander zu vergleichen.
Der vorliegende TR beschäftigt sich mit Empfehlungen für die Anforderungen und Testmethoden von in Gebäuden installierten Kommunikationskabeln. Diese Empfehlungen beziehen sich auf typische Anwendungen und Installationspraktiken für Kupfer- und LWL-Kabel in Gebäuden. Weiterhin wird auf die Gefahren der Kabelinstallation im Brandfall aufmerksam gemacht. Es werden Brandeigenschaften von Kabeln beschrieben und erläutert, die eingeführt wurden, um diese Gefahren zu minimieren.
Ergänzend zu diesem Technischen Bericht empfiehlt ISO/IEC 14763-2 Installationsmethoden, die zusammen mit diesem TR eine Orientierungshilfe zur Erhöhung der Sicherheit im Brandfall geben.
Diese Empfehlungen berücksichtigen neben den gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen für das Brandverhalten von Kabeln auch die bekannten Testmethoden und Möglichkeiten zur Bestimmung der geforderten Brandeigenschaften.
Energiekabel, die aus Gründen der elektrischen Sicherheit im Normalfall getrennt von Kommunikationskabeln verlegt werden, werden in diesem Technischen Bericht nicht betrachtet.
Als Besonderheit enthält der TR eine umfassende Auflistung aller bei Brandprüfungen verwendeten Begriffe mit der Angabe einer Quelle, in der diese Begriffe definiert sind.
Im Anhang A werden typische Installationen in Gebäuden aufgezeigt, die folgendermaßen gruppiert werden können:
Tabelle 1: Typische Kategorien der Kabelinstallation nach IEC/TR 62222
Bild 1: Prinzipdarstellung einer Datenverkabelung im Gebäude aus IEC/TR 62222
Darüber hinaus gibt es, historisch bedingt, viele unterschiedliche lokale Gesetze und Bestimmungen, die bei einer Kommunikationsverkabelung zu beachten sind. Exemplarisch werden hier folgende Beispiele aus dem IEC/TR 62222 aufgeführt:
Die Anleitung zur Bestimmung des Brandlastwertes wurde durch die deutschen Versicherer herausgegeben.
FIPEC-Projekt (FIre Performance of Electric Cables)
Durch die Europäische Kommission wurde das FIPEC-Projekt zur Entwicklung von Methoden zur Messung der Brandeigenschaften von Kabeln initiiert. Die hauptsächlichsten Schlussfolgerungen des Projektes waren:
Als Resultat des FIPEC-Projektes wurde mit EN 50399 ein Dokument geschaffen, das eine über die bisherigen Vorschriften hinausgehende Durchführung und Bewertung von Brandrisiken durch Kabel zulässt und im Rahmen der Bauprodukteverordnung (CPR) ab 1. Juli 2013 in allen EU-Staaten angewendet werden.