Umweltmeteorologie - Ausbreitung von störungsbedingten Freisetzungen
neu

Technische Regel [NEU]

VDI 3783 Blatt 1:2026-10

Umweltmeteorologie - Ausbreitung von störungsbedingten Freisetzungen

Englischer Titel
Environmental meteorology - Dispersion of emissions by accidental releases
Ausgabedatum
2026-10
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Kurzreferat

Die Richtlinie beschreibt eine Berechnungsmethode zur Abschätzung der Ausbreitung störungsbedingter Freisetzungen von Stoffen in die Atmosphäre im Rahmen der 12. BImSchV. Die Berechnungsmethode liefert eine Konzentrationsverteilung in der Umgebung der Quelle, aus der mit geeigneten Beurteilungswerten die in einem Sicherheitsbericht erforderlichen Angaben zu Gefährdungsbereichen abgeleitet werden können. Darüber hinaus können mit der Berechnungsmethode die in Leitfäden der Kommission für Anlagensicherheit geforderten Ausbreitungsberechnungen für räumliche Planungen oder zur Festlegung von Sicherheits- und Schutzabständen durchgeführt werden.

Über dieses Produkt

Ausbreitung störungsbedingter Stofffreisetzungen nachvollziehbar berechnen

Die VDI 3783 Blatt 1 beschreibt Verfahren zur Berechnung der Ausbreitung von Stofffreisetzungen in der Atmosphäre infolge von Störfällen. Sie unterstützt dabei, mögliche Auswirkungen gefährlicher Stoffe auf Mensch und Umwelt zu bewerten und liefert eine Grundlage für Sicherheitsbetrachtungen, Notfallplanungen und die Festlegung von Sicherheitsabständen.

Anwendungsbereich und Praxisrelevanz

Die Richtlinie behandelt die Berechnung von Konzentrationsverteilungen nach kontinuierlichen oder kurzzeitigen Stofffreisetzungen in die Atmosphäre. Dabei werden meteorologische Randbedingungen, Gelände- und Bebauungseinflüsse sowie Prozesse wie Sedimentation und Deposition berücksichtigt. Zur Anwendung kommen ein Gauß-Wolken-Modell sowie ein lagrangesches Partikelmodell.

Die Richtlinie unterstützt Betreiber*nnen, Gutachter*innen, Genehmigungsbehörden und Sicherheitsverantwortliche bei der Durchführung von Auswirkungsbetrachtungen gemäß Störfall-Verordnung. Die beschriebenen Verfahren können unter anderem für externe Notfallplanungen, die Bewertung angemessener Sicherheitsabstände sowie die Beurteilung möglicher Gefährdungen durch gefährliche Stofffreisetzungen eingesetzt werden.

Besonders relevant ist die Richtlinie für industrielle Anlagen und Betriebsbereiche, in denen der Umgang mit gefährlichen Gasen, Dämpfen, Aerosolen oder Stäuben eine belastbare Abschätzung möglicher Ausbreitungsszenarien erfordert.

Änderungen gegenüber VDI 3783 Blatt 1:1987-05

Die Richtlinie wurde grundlegend überarbeitet und an den aktuellen Stand der Ausbreitungsmodellierung angepasst. Zu den wesentlichen Änderungen zählen:

  • Aufnahme des lagrangeschen Partikelmodells gemäß VDI 3945 Blatt 3
  • Weiterentwicklung des bisherigen Gauß-Wolken-Modells auf Grundlage aktueller Turbulenzparametrisierungen
  • Aktualisierte Verfahren zur Berücksichtigung meteorologischer Randbedingungen
  • Erweiterte Regelungen zu Deposition und Sedimentation
  • Berücksichtigung unterschiedlicher Freisetzungsszenarien für Gase, Aerosole und Stäube
  • Einbindung von Verfahren zur Modellierung schwerer Gase
  • Detailliertere Anforderungen an Rechengitter, Modellparameter und Dokumentation
  • Bereitstellung von Referenzimplementierungen für die beschriebenen Modelle

Zielgruppe

  • Betreiber*innen störfallrelevanter Anlagen
  • Sicherheitsingenieur*innen
  • Fachgutachter*innen für Ausbreitungsrechnungen
  • Genehmigungs- und Überwachungsbehörden
  • Ingenieur- und Planungsbüros
  • Sachverständige für Anlagensicherheit und Immissionsschutz
  • Fachkräfte für Notfall- und Sicherheitsplanung


Inhaltsverzeichnis

ICS

07.060, 13.040.01
Ersatzvermerk

Dieses Dokument ersetzt VDI 3783 Blatt 1:1987-05 .

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