Kurzreferat
Die Leistungsfähigkeit eines Messsystems hängt stark von der Messtechnik-Software ab. Um Geräte verschiedener Hersteller nutzen zu können, ist eine einheitliche Schnittstelle erforderlich. Dies erhöht die Bedeutung der Standardisierung, was schon früh zur Entwicklung von I++ DME (Inspection Plus Plus Dimensional Measurement Equipment) führte. Interessanterweise war es eine Initiative der Automobilindustrie, die 2002 zur Entwicklung der ersten Version von I++ DME führte. Die treibenden Kräfte hinter der Entwicklung waren damals die Automobilhersteller Audi, BMW, DaimlerChrysler, Volkswagen und Volvo mit Unterstützung von Messtechnik Wetzlar – heute Teil von Hexagon – und Zeiss. Das Ergebnis war ein breiter Konsens und eine schnelle und zielgerichtete Entwicklung. Dennoch nahmen die meisten Hersteller von Koordinatenmessgeräten die Standardisierung zunächst nur vorsichtig an und implementierten nur das, was für ihre eigenen Unternehmen geeignet war. Zu den ersten Herstellern, die die Schnittstelle implementierten, gehörten Hexagon (damals Messtechnik Wetzlar), Wenzel, ZEISS, OGP und Renishaw. Das Ziel der Automobilhersteller bestand in erster Linie darin, den Kauf von Geräten unabhängig von der verwendeten Software zu erleichtern und eine Standardisierung der Messtechnik-Software zu ermöglichen. Nach guten Fortschritten bis 2008 gab es jedoch kaum noch Aktivitäten; es entstand der Eindruck, dass die Ziele der Automobilindustrie mit der letzten Version der Schnittstelle, Version 1.7, erreicht worden waren. In den letzten 15 Jahren wurde nur die Version 2.0 veröffentlicht, und der damit verbundene Stillstand hat dazu geführt, dass aktuelle Entwicklungen in der Branche nicht berücksichtigt wurden. Insbesondere im Bereich der Multisensorik besteht Nachholbedarf. Die Schnittstelle konzentriert sich auf die traditionelle taktile Messung. Aufgrund des Drucks seitens der Industrie wurde die Verwendung des Laserscanners für die Flächenmessung integriert.