Beton - Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität - Teil 2: Konformitätsbewertung und Zertifizierung; Deutsche Fassung EN 206-2:2026
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DIN EN 206-2:2026-07

Beton - Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität - Teil 2: Konformitätsbewertung und Zertifizierung; Deutsche Fassung EN 206-2:2026

Englischer Titel
Concrete - Specification, performance, production and conformity - Part 2: Conformity assessment and certification; German version EN 206-2:2026
Ausgabedatum
2026-07
Originalsprachen
Deutsch
Seiten
21

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Ausgabedatum
2026-07
Originalsprachen
Deutsch
Seiten
21
DOI
https://dx.doi.org/10.31030/3677898
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Über dieses Produkt

Die DIN EN 206-2 „Beton – Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität – Teil 2: Konformitätsbewertung und Zertifizierung“ ergänzt die DIN EN 206-1 um Regeln für die Konformitätsbewertung von Beton. Die Norm beschreibt, wie Beton nach Eigenschaften und Beton nach Zusammensetzung geprüft, bewertet und dokumentiert wird. Darüber hinaus enthält sie Vorgaben und Hinweise für Zertifizierungsprogramme der werkseigenen Produktionskontrolle.

Welche Inhalte behandelt die DIN EN 206-2?

Die Norm beschreibt ein strukturiertes Programm zur Konformitätsbewertung von Beton. Im Mittelpunkt stehen Prüfpläne, Bewertungskriterien, statistische Verfahren und Maßnahmen bei Nichtkonformität. Dazu gehören:

Konformitätsbewertung und Bewertungskriterien

  • Beton nach Eigenschaften
  • Druckfestigkeit in Erstherstellung und stetiger Herstellung nach Verfahren A, B und C
  • optionale Bewertung der Zugfestigkeit
  • Bewertung von Expositionswiderstandsklassen
  • weitere Eigenschaften wie Fasergehalt, Rohdichte, Wasserbinderwert, Verhältnis Wasser/Gesamtbindemittel, Bindemittelgehalt
  • Beton nach Zusammensetzung
  • Zementgehalt, Gesteinskörnungen, Zusatzmittel, Zusatzstoffe
  • zulässige Grenzabweichungen der Zusammensetzung

Probenahme- und Prüfpläne

  • Anwendung von der DIN EN 12350‑1 für die Probenahme von Frischbeton
  • Anwendung von der DIN EN 12390‑7 für die Bestimmung der Rohdichte von Festbeton
  • Umgang mit Einzelwerten und Mittelwerten sowie Gültigkeitskriterien von Prüfergebnissen

Maßnahmen bei Nichtkonformität

  • Überprüfung von Prüfergebnissen
  • Korrigierende Maßnahmen in der Produktion
  • Information von Verfasser der Festlegung und Verwender bei bestätigter Nichtkonformität

Zertifizierung

  • Vorgaben für Zertifizierungsprogramme nach DIN EN ISO/IEC 17065 und DIN EN ISO/IEC 17067
  • Beispiel für ein Zertifizierungsprogramm der werkseigenen Produktionskontrolle (Anhang B)
  • Einbindung von Prüflaboranforderungen nach DIN EN ISO/IEC 17025

Wie unterstützt die DIN EN 206-2 die Konformitätsbewertung von Beton?

Die DIN EN 206-2 definiert Konformitätskriterien und statistische Verfahren für die Bewertung von Beton. Dazu gehören Anforderungen an die Druckfestigkeit, Vorgaben für weitere Betoneigenschaften sowie Prüfpläne für Beton nach Eigenschaften und Beton nach Zusammensetzung. Damit unterstützt die Norm eine nachvollziehbare und vergleichbare Bewertung von Betonqualität.

Druckfestigkeit von Beton

  • Erstherstellung: Mindestmittelfestigkeit fcm ≥ fck + 4 N/mm² 
  • stetige Herstellung: fcm ≥ fck + 1,48·σ mit Anforderungen an die Standardabweichung 
  • alternative Konformitätsbewertung über Qualitätsregelkarten, insbesondere Verfahren C, mit AOQL ≤ 5 %

Weitere Betoneigenschaften

  • Grenzwerte und zulässige Abweichungen u. a. für:
    • Stahlfaser- und Polymerfasergehalt
    • Rohdichte von Schwerbeton und Leichtbeton
    • höchsten Wasserbinderwert bzw. Verhältnis Wasser/Gesamtbindemittel
    • Mindestbindemittelgehalt
  •  attributive und variable Prüfpläne auf Basis eines AQL von 4 %, unter anderem mit Bezug zu ISO 2859-1 und ISO 3951-1

Diese Vorgaben erleichtern es, Prüf- und Kontrollkonzepte konsistent zu gestalten und Ergebnisse nachvollziehbar zu bewerten. Die Anwendung der Norm kann außerdem helfen, sorgfältiges technisches Handeln zu dokumentieren, etwa bei Qualitätsfragen, Abnahmen oder strittigen Bewertungen.

Welche Rolle spielen Qualitätsregelkarten und statistische Verfahren?

Im informativen Anhang A beschreibt die DIN EN 206-2 die Nutzung von Qualitätsregelkarten für die laufende Produktionskontrolle. Sie dienen dazu, Entwicklungen in der Betonproduktion frühzeitig zu erkennen und Abweichungen systematisch zu bewerten.

  • Anwendung von Kusum‑Systemen (nach ISO 7870‑4)
  • Anwendung von Shewhart‑Qualitätsregelkarten mit modifizierten Grenzen (nach ISO 7870‑2 und ISO 7870‑3)
  • Festlegung von Entscheidungsregeln, Konformitäts- und Warngrenzen
  • Einbindung von Kennwerten wie AOQ, AOQL und AQL

Damit lassen sich Festigkeitsentwicklungen und Schwankungen in der Produktion frühzeitig erkennen und gezielt steuern.

Wie sind werkseigene Produktionskontrolle und Zertifizierung eingebunden?

Der informative Anhang B enthält ein Beispielprogramm für die Zertifizierung der werkseigenen Produktionskontrolle. Es beschreibt, wie Erstbewertung, laufende Überwachung und Maßnahmen bei Nichtübereinstimmungen strukturiert werden können.

Erstbewertung

  • Bewertung von Handbuch, Prozessen, Ausstattung und Personal
  • Überprüfung der Umsetzung von DIN EN 206‑1 in der werkseigenen Produktionskontrolle
  •  ggf. Parallelprüfungen zur Absicherung der Prüfergebnisse

Laufende Überwachung

  • Regelüberwachung (mindestens zweimal jährlich, sofern nichts anderes vereinbart)
  • Sonderüberwachungen bei wesentlichen Änderungen, Produktionsunterbrechung oder Auffälligkeiten
  • Umgang mit Nichtübereinstimmungen, inklusive möglichem Aussetzen oder Zurückziehen von Zertifikaten

Diese Struktur erleichtert Zertifizierungsstellen und Konformitätsbewertungsstellen den Aufbau nachvollziehbarer Verfahren und unterstützt Betonwerke bei der systematischen Qualitätssicherung.

An wen richtet sich die DIN EN 206-2?

Die Norm richtet sich insbesondere an:

  • leitende Personen und Mitarbeitende in Transportbetonwerken und Fertigteilwerken 
  • Planende, konstruierende und bauüberwachende Fachpersonen im Hoch- und Ingenieurbau 
  • Verantwortliche für Qualitätssicherung und werkseigene Produktionskontrolle in der Betonherstellung 
  • Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstellen sowie Konformitätsbewertungsstellen 
  • Sachverständige, Prüfingenieurinnen und Prüfingenieure sowie Gutachtende im Bereich Betonbau
  • technische Leitungen, Normenverantwortliche und Compliance-Beauftragte in bauausführenden Unternehmen 

Fazit

DIN EN 206-2 bietet eine detaillierte Grundlage für die Konformitätsbewertung und Zertifizierung von Beton und schließt zentral an die DIN EN 206-1 an. Die Norm beschreibt Prüfpläne, statistische Kriterien und Maßnahmen bei Nichtkonformität sowie Muster für Zertifizierungsprogramme. Fachleute erhalten damit ein konsistentes Regelwerk, um Betonproduktion, Prüfung und werkseigene Produktionskontrolle nachvollziehbar zu planen, zu überwachen und zu dokumentieren.

Inhaltsverzeichnis

ICS

91.100.30

DOI

https://dx.doi.org/10.31030/3677898
Ersatzvermerk

Dieses Dokument ersetzt teilweise DIN EN 206:2021-06 .

Änderungsvermerk

Gegenüber DIN EN 206:2021-06 wurden folgende Änderungen vorgenommen: a) Das Dokument wurde in 3 Teile geteilt; b) das Neutralitätsprinzip wurde mit EN 206-1 und EN 206-2 umgesetzt; c) Dokument redaktionell überarbeitet.

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